{"id":4653,"date":"2020-05-13T20:48:24","date_gmt":"2020-05-13T19:48:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kranmagazin.de\/kmnews\/news\/?p=4653"},"modified":"2020-05-13T20:48:24","modified_gmt":"2020-05-13T19:48:24","slug":"hoffnungsschimmer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kranmagazin.de\/kmnews\/news1220\/?p=4653","title":{"rendered":"Hoffnungsschimmer"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.kranmagazin.de\/kmnews\/news\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Vdma130520.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-full wp-image-4654\" src=\"http:\/\/www.kranmagazin.de\/kmnews\/news\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Vdma130520.jpg\" alt=\"\" width=\"397\" height=\"167\" srcset=\"https:\/\/www.kranmagazin.de\/kmnews\/news1220\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Vdma130520.jpg 397w, https:\/\/www.kranmagazin.de\/kmnews\/news1220\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Vdma130520-300x126.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 397px) 100vw, 397px\" \/><\/a>In einer gemeinsamen Pressekonferenz von VDMA Baumaschinen und Baustoffanlagen und Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) \u00e4u\u00dferten sich die Vertreter beider Verb\u00e4nde zu den wirtschaftlichen Konsequenzen und Erwartungen angesichts der Covid-19 Pandemie. Die Baumaschinenbranche rechnet mit einem Umsatzr\u00fcckgang von 10 bis 30 Prozent zum Jahresende. Das ist einschneidend, aber bei weitem nicht so dramatisch wie in den Jahren 2008 und 2009. Die Bauindustrie erwartet bei allen Einschr\u00e4nkungen, die derzeit bei der Aussagekraft einer Prognose gemacht werden m\u00fcssen, f\u00fcr das Bauhauptgewerbe im Jahr 2020 aktuell eine nominale Stagnation des baugewerblichen Umsatzes.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>In der Baumaschinenindustrie machen sich die positiven Nachwirkungen der Boomjahre 2018 und 2019 bemerkbar. Das erste Quartal 2020 erzielte in den meisten Unternehmen noch unbeeinflusst von der Krise akzeptable Ergebnisse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Auftragseingang lag bei Baumaschinen mit 6 Prozent im Plus \u00fcber dem Vorjahresniveau, vor allem durch die starken Monate Januar und Februar. Die Baustoffanlagen drehten im selben Zeitraum mit 22 Prozent ins Minus im Vergleich zum Vorjahr. Letzteres ist eine reine Momentaufnahme, da dieser Bereich durch langfristige Gro\u00dfprojekte bestimmt wird. Ab April erwartet der Verband insgesamt einen signifikanten R\u00fcckgang.<br \/>\nNegative Tendenzen zeigten sich bereits Ende M\u00e4rz in den Ergebnissen der zweiten VDMA-Blitzumfrage zur Corona Krise. 57 Prozent der Unternehmen, die aus dem Baumaschinen- und Baustoffanlagenbereich teilnahmen, gaben an, dass sie signifikante oder starke R\u00fcckg\u00e4nge beim Auftragseingang hinnehmen mussten. In der im April darauf folgenden Runde waren es bereits 72 Prozent. Bemerkenswert ist, dass es kaum Stornierungen von Auftr\u00e4gen gab, sondern mehrheitlich fehlende neue Bestellungen. St\u00f6rungen in der Lieferkette blieben weitestgehend stabil, von Ende M\u00e4rz bis Mitte April waren diese sogar leicht r\u00fcckl\u00e4ufig. Das zeigt, dass es den Unternehmen gelingt, Prozesse anzupassen und Alternativen einzusetzen. Die vierte Umfrage vom 7.- 8. Mai zeigt an dieser Stelle weitere positive Tendenzen. Anders sieht es beim Auftragseingang aus. 87 Prozent der Unternehmen gaben an, gravierende oder signifikante Einbu\u00dfen zu haben \u2013 vorwiegend in Europa und den USA, China spielt dabei kaum eine Rolle.<br \/>\nIm Bereich Baustoffanlagen sind Zulieferer der Zementbranche am Umsatzvolumen gemessen das gr\u00f6\u00dfte Segment. Die weltweite Drosselung der Zementproduktion f\u00fchrt auch bei den Maschinen- und Anlagenbauern dieser Branche zu Einbu\u00dfen. Aktuell sind noch 80 Prozent der Zementwerke weltweit aktiv, jedoch vielerorts mit reduzierter Produktion. Dabei bestehen gro\u00dfe regionale Unterschiede. In Indien beispielsweise, traditionell ein starker Markt f\u00fcr die VDMA-Mitglieder, stehen alle Zementwerke still. Die VDMA-Mitglieder aus Fachabteilung Zementanlagen rechnen mit einem R\u00fcckgang des Auftragseingangs in diesem Jahr von \u00fcber 20 Prozent in Relation zu den erwarteten Ergebnissen. Gleichzeitig wird mit einer baldigen R\u00fcckkehr zum Vor-Corona-Niveau gerechnet.<br \/>\nGr\u00f6\u00dfere Einschnitte erwartet die Ziegelzulieferindustrie. Mitglieder der europ\u00e4ischen Arbeitsgruppe ECTS berichten teilweise von dramatischen Einschnitten. Vor allem Engineering-Unternehmen, die fast ausschlie\u00dflich von gro\u00dfen Projekten im Bereich Neuanlagen oder \u00dcberholung leben, rechnen mit Verlusten im Auftragseingang von \u00fcber 30 Prozent. Da ein genaues Ende der Krise noch nicht abzusehen ist, k\u00f6nnte selbst dieser Wert teilweise zu konservativ sein. Etwas besser sieht es bei den Unternehmen aus, die Verschlei\u00dfteile in die grobkeramische Industrie liefern. Hier rechnen die Hersteller aktuell mit R\u00fcckg\u00e4ngen um 15 Prozent.<br \/>\n\u201eAls Branche sind wir sehr heterogen aufgestellt, das erschwert nat\u00fcrlich allgemeine Aussagen. Trotzdem k\u00f6nnen wir insgesamt feststellen, dass wir die Krise bis heute recht gut meistern konnten. Wir erwarten im Laufe des Jahres f\u00fcr unsere Branche deutliche R\u00fcckg\u00e4nge, die aber nicht so schwer wie 2009 ausfallen werden. F\u00fcr 2021 sehen wir die Chance f\u00fcr einen z\u00fcgigen Aufschwung. Dieser wird auch abh\u00e4ngen von hoffentlich kurzen Planungszeitr\u00e4umen f\u00fcr gegebenenfalls neu aufgelegte oder bereits laufende Infrastrukturprojekte\u201c, bekr\u00e4ftigte Franz Josef Paus, Vorsitzender des VDMA Baumaschinen und Baustoffanlagen.<br \/>\nSeitens der BAUINDUSTRIE wird es wesentlich sein, die Nachfrage nach Bauleistungen auf Seiten der \u00f6ffentlichen und der privaten Auftraggeber stabil zu halten und auszuweiten. Die Folgen f\u00fcr die kommunalen Haushalte sind enorm. Die Gewerbesteuern werden zusammenbrechen, mittelfristig auch die Einnahmen aus der Einkommenssteuer sinken. Die kommunalen Haushalte schalten aus dem Vorw\u00e4rtsgang bei laufender Fahrt ungebremst in den R\u00fcckw\u00e4rtsgang, das w\u00fcrgt den st\u00e4rksten Motor ab. Es braucht daher nicht weniger als einen Schutzschirm f\u00fcr Kommunen. Nur mit einer mittelbaren staatlichen Unterst\u00fctzung kann langfristig die Baubranche gesichert werden, die auch auf dem H\u00f6hepunkt der Krise mit erheblichem eigenen Aufwand ihre Leistungsf\u00e4higkeit zugunsten der Volkswirtschaft ohne wesentliche Einschr\u00e4nkungen unter Beweis gestellt hat.<br \/>\nDie Corona-Pandemie hat das best\u00e4tigt, worauf wir seit einiger Zeit hinarbeiten: Prozesse sind, wenn m\u00f6glich, digital abzubilden. Standards helfen dabei wesentlich. Digitale Kommunikationsmittel und Anwendungen erfahren in der Baubranche gerade eine hohe Nachfrage. Begrenzungen finden wir gegenw\u00e4rtig jedoch im Status des Netzausbaus der Telekommunikationsinfrastruktur und in teilweise inkompatiblen Systemen.<br \/>\n\u201eDie aktuelle Krisensituation gibt zus\u00e4tzliche Impulse, die Automatisierung bspw. im Bereich des modularen und seriellen Bauens ebenso rascher voranzutreiben wie auch die Bestrebungen zur Standardisierung der Maschinendaten, der Schnittstellen und der Maschinenkommunikation. Schon heute k\u00f6nnen wir feststellen, dass diese Faktoren die Aufrechterhaltung unseres Baugesch\u00e4ftes auch in solchen schwierigen Zeiten positiv beeinflussen\u201c, erg\u00e4nzt Ralf L\u00fcddemann, Vorsitzender des Ger\u00e4teausschusses der BAUINDUSTRIE.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einer gemeinsamen Pressekonferenz von VDMA Baumaschinen und Baustoffanlagen und Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) \u00e4u\u00dferten sich die Vertreter beider Verb\u00e4nde zu den wirtschaftlichen Konsequenzen und Erwartungen angesichts der Covid-19 Pandemie. Die Baumaschinenbranche rechnet mit einem Umsatzr\u00fcckgang von 10 bis 30 Prozent zum Jahresende. 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